Über mich

Hallo ! Mein Name ist Joy Such.

Mrs Joy Such - 1988, Europazentrum, Berlin

frisch operiert, 1988

Ich lebe in Moldavia City, und mein Lieblingsort ist immer noch die berühmte Shopping Mall. Leider hat unser großes Einkaufsparadies in den letzten Jahrzehnten gelitten und ist nicht mehr so schön wie früher.

Auch ich habe schwere Zeiten hinter mir, über die ich hier noch nicht sprechen kann. Aber nach Jahren der Anonymität habe ich mich jetzt entschlossen, wieder meinen alten Namen anzunehmen, und mich zurück in die Öffentlichkeit zu trauen.

In meiner Jugend habe ich mein gesamtes Erspartes für eine totale Veränderung meines Äußeren ausgegeben. Das Resultat war spektakulär, aber ich hatte hinterher große Schwierigkeiten damit, daß mich niemand mehr wiedererkannte. Das hatte ich mir vorher nicht so vorgestellt. Damit möchte ich aber nichts gegen die Qualität der vollkommen korrekt ausgeführten Operationen sagen, die an mir durchgeführt wurden. Im Gegenteil:

Ich bin zwar nicht mehr ich selbst, aber ich bin wunderschön geworden!

Dr Victor Principal

Dr. Victor Principal, Facharzt für ästhetische Chirurgie

 

Die Begegnung mit meinem Chirurgen, Dr. Victor Principal, war das wichtigste Ereignis meines Lebens. Ich habe zwar schon seit über 30 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm, aber durch ihn und seinen Kollegen, den Hypnoseexperten Dr. Simon, lernte ich damals eine völlig neue Methode der Verwandlung kennen, die mir bald mehr bedeutete als der chirurgische Eingriff.

 

Wir alle drei konnten nämlich auf Zeitreise gehen.

Mit dem Schlüssel zum Zeittunnel konnten wir unser altes Selbst hinter uns lassen und vom Plateau der Gleichzeitigkeit aus beliebige andere Zeiten und Identitäten annehmen.

Ich war fast süchtig nach diesem Erlebnis!

Wahrscheinlich auch, weil ich nie die letzte Stufe des Spiels erreicht habe, in der man selbst wählen kann, in welcher Zeit und mit welcher Identität man ankommen will – meine Verwandlungen blieben also dem Zufall überlassen. Ausserdem hielten sie nie lange genug an – und sie funktionierten nur nach Betreten des silbernen Fahrstuhls unter der Glaskuppel unserer Moldavia City Shoppingmall.

Doch dieser Fahrstuhl existiert heute nicht mehr – man hat ihn zugemauert!

Andere Shoppingmalls, in denen ich es versuchen könnte, sind heute aber in Gefahr: Sie geraten in eine Schieflage, seit die Kunden lieber zuhause bleiben; sie verwaisen oder schließen. In manche fällt längst Schnee durch das zerborstene Glasdach, und nur noch Amateur-Drohnen-Piloten und „lost spaces“ explorer dringen dann noch dorthin vor. Solche Abenteurer schließen sich in letzter Zeit zu „dead mall“ – fangruppen zusammen, die sich gegenseitig über ihre geheimen Ausflüge berichten und dort auch geocashing Spiele machen. Ich überlege, mich einer dieser Gruppen anzuschließen, oder sogar selbst eine zu gründen!

(Informationen zu diesen Themen werden auch auf  dieser  dieser interessanten Seite  gesammelt.)

Mittlerweile bin ich mir nämlich ziemlich sicher, dass ich den Eingang zum Zeittunnel nur wiederfinde, wenn auch ich mich in eine dead mall wage. Ich muß dazu wahrscheinlich noch nicht einmal nach Amerika fahren– auch in Europa gibt es schon viele halbverlassene Malls mit unkartografierten Kellerräumen!

Aber ich werde allen Mut aufbringen müssen – nicht nur wegen der Dunkelheit, der Ratten, der verrotteten Elekrizitätsleitungen und der Falltüren in den unterirdischen Gängen. Eine alte Bekannte hat mir erzählt, daß dort in der Dunkelheit inzwischen auch Menschen an geheimen Treffpunkten illegalen Geschäften nachgehen sollen – sie werden sich über Touristen wie mich vielleicht nicht freuen! Und die Kolonnen der ausländischen Arbeiter, die damals das Einkaufszentrum errichtet hatten, ohne je dafür bezahlt worden zu sein, und die jetzt dort spuken – werden sie in mir eine Verbündete erkennen?

Wie auch immer, ich muß da unten durch – denn im oberirdischen Teil ist es nicht mehr geheuer, seit es dort keine Glasfahrstühle mehr gibt. Seit dem letzten Terroranschlag kommt dort ausserdem einfach keine gute Stimmung mehr auf. Und der Softeisstand hat auch schon lange zugemacht.

Es gibt also nur eine Chance dafür, daß ich den Zeittunnel wiederbetreten und den letzten Spiellevel erreichen kann: Es muß eine Fortsetzung des interaktiven Videospiels geben, bei dem ich 1988 die Hauptrolle gespielt habe!

Es hieß MUTABOR IIIund war Teil des „VIDEOLABYRINTH“ von Ilka Lauchstädt, Friederike Anders und Mari Cantu. Ein einfaches interaktives Remake des ersten Kapitels von MUTABOR III finden Sie auf meinem  Kanal bei youtube.

Für unsere Pläne zu Neuauflage und Fortsetzung schauen Sie sich bitte hier um !

Viel Vergnügen,

Ihre Mrs Joy Such

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