Lynn Hershman Leeson in Karlsruhe: Mein digitales Ich

Ich und mein Fernseher: Installation „Lorna“.

… Sie setzte sich eine blonde Perücke auf, zog lustige Seventies-Klamotten an und fing als Roberta Breitmore ein zweites Leben an. Die fiktive Figur bekam ein reales Konto, einen Führerschein, sie ging zum Psychotherapeuten und traf Männer, die sie über Annoncen kontaktierte. Und irgendwann mietete Lynn ihrer Kunstfigur im Haus gegenüber eine Wohnung: “In gewisser Weise war Roberta wirklicher als ich: Sie bekam eine Kreditkarte, ich nicht. Schließlich hatte sie keine negative Kreditgeschichte – ich damals schon.”…

Karin Schulze, in Spiegel Online vom 14.12.2014

Source: www.spiegel.de

See on Scoop.itMUTABOR III

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„Befreiung der Phantasie“ ? – Einflüsse und Inspirationen des VIDEOLABYRINTH

Wonder Woman
Die Sekretärin Diana Prince befreit ihre Phantasie:  „Wonder Woman“ von Dara Birnbaum, 1978

 

Katalog des European Media Art Festival (EMAF) - Osnabrück, 1. - 11.9.`88
Katalog des European Media Art Festival (EMAF) – Osnabrück, 1. – 11.9.`88

„Die interaktiven Medien und die Befreiung der Phantasie“ : Der Einleitungstext von Ilka Lauchstädt und Martin Potthoff zum Symposium INTERAKTIVE MEDIEN auf dem ersten European Media Art Festival EMAF 1988 rief mit ungetrübtem Optimismus Themen auf, die damals in aller Munde waren. Auch Gábor Bódy hatte sie 1985 an der dffb * vertreten, und uns damit zu Beginn unseres Studiums stark inspiriert.

Ilka und Martin sahen sich auf der Spur vermeintlich  „natürlicher“ Befreiungspotentiale interaktiver Medien: Die Vorstellung, daß die neuen Technologien erstens unaufhaltsam und zweitens Träger unvermutet positiver Eigenschaften seien, half ihnen dabei, eine „natürliche“ Deutungshoheit für sich abzuleiten und beliebige emanzipatorische Lieblingsideen als unabwendbar zu postulieren. Dabei brauchte man sich nur den hoch im Kurs stehenden „Techno-Philosophen“ anzuschließen, die  sich von den entstehenden „telematischen Netzen“ nur das Beste erwarteten.

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Das Europäische Film- und Fernsehjahr 1988, das Königreich Moldawien, und die Entstehung des VIDEOLABYRINTH

MOLDAVIA, ein Ort aus dem Denver Clan
Alexis Carrington mit Michael, Prinz von Moldawien

1988: Die US-Fernsehserien „Dallas“ und „Denver-Clan“ standen im Zenit ihrer Beliebtheit und wurden wöchentlich im ersten Programm des deutschen Fernsehens gesendet und von aufstrebenden jungen Kulturkritikern ernsthaft analysiertDie Wende war noch vollkommen unvorhersehbar, Moldawien ein fiktives Königreich aus dem Denver-Clan, und statt vom Internet sprach man von „telematischen Netzen“, die es in Zukunft bald geben würde…

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VIDEOLABYRINTH: Aufführungspraxis und Erfahrungen

Das VIDEOLABYRINTH war mit allen drei Spielen im Jahr 1988 fertig; zur Finalisierung als interaktive Laserbildplatte kam es nicht mehr. Die teure Laser-Technik hatte sich in den U.S.A. und Japan nach einer kurzen Blüte als Künstlermedium bereits erschöpft, und hatte in der Bundesrepublik Deutschland außerhalb von Schulungsvideos und Arbeitsamt-Info nie Fuß fassen können.

  • Forschungsprojekt interaktive Bildplatte – Pressetext von Carl-Ludwig Rettinger, 1987
  • Artikel im Kameramann von Martin Potthoff, 1987
  • Artikel von Peter Crown, Bildplattenproduzent, im Katalog der Ars Electronica, 1986

100px-Video_8_Logo.svgDie drei Spiele blieben also Zeit ihres analogen Lebens auf Video8-Kassetten als Trägermedium beschränkt, was zu Wartezeiten beim Aufruf der nächstfolgenden Videoszene führen konnte. Wir behalfen uns aber damit, in den Umspulzeiten des Videorekorders auf aufmunternde und kommentierende Textgrafiken umzuschalten, bis die nächste Szene erreicht war – und entdeckten diese Reaktionstafeln als neues, schnell aktualisierbares Dialogmedium.

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