Resurrection Lab: Wiederauferstehung für interaktive Medienkunst der 90er Jahre

Foto: Jon Ippolito

Das Resurrection Lab am „imal“ center for digital art and culture in Brüssel will sich zwei Jahre lang der Konservierung digitaler Kunst mittels Emulation widmen

“ The project will focus on the use of emulation, an efficient approach that consists in simulating old hardware platform in a software way. This technique provides a promising basis for the development of a strategy for the preservation of digital creations and their future public access“

Und wie wäre es mit einem analog-digitalen Hybrid aus den späten 80ern –> how about resurrecting VIDEOLABYRINTH? 

 

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Rekonstruktion des VIDEOLABYRINTH: Original-Videobänder neu digitalisiert! – Beispiel 2

#Videolabyrinth Reko dank @transmediale

VLAB auf dem Closing Weekend der transmediale – 3. + 4. 3. 2017

Für das dreissigjährige Jubiläum der transmediale entdeckte Kristoffer Gansing das #VIDEOLABYRINTH:

Social Media ist heute das Gegenteil von dem, was auf Festivals wie der Transmediale gefeiert wurde. Man denke nur an das (Video-)Labyrinth, ein Projekt aus dem Jahr 1988 von Friederike Anders, Ilka Lauchstädt und Mari Cantu, in dem User entscheiden konnten, welchen Weg sie einschlagen konnten und den Ausgang der Geschichte mitbestimmten. Es ging um nicht-lineare Erzählweisen. (Gansing im Interview mit ART magazin)

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Während des Closing Weekend  wurden alle drei Spiel-Filme des Videolabyrinth museal präsentiert: Die frisch digitalisierten Original-Video-Szenenkataloge liefen als Endlosloops auf auf drei klasischen Barco-Monitoren, dazu waren die drei handgezeichneten Flußdiagramme unter Glas zu sehen.

Auf dem Podiumsgespräch mit Kristoffer Gansing – in English (!) – wurde dann u.A. die Frage erörtert, ob die drei Videolabyrinth-Autorinnen* 1988 eigentlich GEEKS waren – schließlich hatten sie sich ALS FRAUEN unter die Gamer- und Programmiererszene gewagt?

Were we GEEKS? Well sure! Except we never thought about it, then. We were more concerned with being misfits at German Filmacademy Berlin dffb, because instead of working with celluloid, we preferred electromagnetic media, and instead of cinema, we opted for gaming… or so it seemed.

*Ilka Lauchstädt †, Friederike Anders, Mari Cantu

Rekonstruktion des VIDEOLABYRINTH: Original-Videobänder neu digitalisiert!

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vorher nachher: links bisherige Qualität, rechts frische Digitalisierung direkt vom Master

Zum 30. Jubiläum der transmediale gelang ein wichtiger Schritt zur Wiedererweckung des VIDEOLABYRINTH: Die Szenenkataloge aller drei Spiele konnten beim ZKM Labor für antiquierte Videosysteme neu eindigitalisiert werden.

Erstmals seit 30 Jahren können wir nun auf die Original-Bildqualität* zugreifen! Als wir Videolabyrinth Ende der 80er Jahre auf Ausstellungen und Festivals präsentierten, war unser vom Computer ansteuerbares Vorführgerät ein Video8-Recorder; und so sahen unsere Zuschauer und wir das Videolabyrinth immer nur als Video8-Kopie.

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Spielleiter Uli Malik aus „Oberschenkelhalsundbeinbruch“ von Mari Cantu ©1988 – links alte Qualität, rechts neu (1988 war Umatic-Highband noch Sendestandard!

Ab jetzt können auch die Einzelclips der Youtube-Simulation in neuer Qualität ersetzt werden – das tut unseren Helden gut und bringt sie uns deutlich näher. (Beispiel 2: Schönheitschirurg Dr. Victor Principal aus MUTABOR III)

Für eine vollständige, spielbare Rekonstruktion aller drei Spiele fehlt dann *nur* noch die Neu-Programmierung der interaktiven Verknüpfungen – nach der Vorlage unserer detaillierten Flussdiagramme.

–> Plan zur Rekonstruktion des Videolabyrinth

Excavating Media Konferenz; Geräte, Prozesse, Apparate: Wäre das nicht das Richtige für #VIDEOLABYRINTH?

Devices, Processes, Apparatuses

An interdisciplinary conference addressing new approaches to media theory and history.

Venue: University of Cambridge

Dates: 30th June – 1st July 2017

 

Kinderleicht: KUCHEN – Interaktives Video

So ähnlich sah das im interaktiven  VIDEOLABYRINTH von 1988 auch aus – siehe simulierter Spieldurchlauf von MUTABOR III auf dem youtube Channel von Mrs Joy Such. 

Bei uns gab es allerdings keine Werbeunterbrechungen, und wenn man den rechten Kuchen noch ein zweites Mal probiert hätte, wäre er nicht einfach nochmal genauso explodiert!  Im VIDEOLABYRINTH wurde destruktives Verhalten belohnt.

Das Europäische Film- und Fernsehjahr 1988, das Königreich Moldawien, und die Entstehung des VIDEOLABYRINTH

MOLDAVIA, ein Ort aus dem Denver Clan
Alexis Carrington mit Michael, Prinz von Moldawien

1988: Die US-Fernsehserien „Dallas“ und „Denver-Clan“ standen im Zenit ihrer Beliebtheit und wurden wöchentlich im ersten Programm des deutschen Fernsehens gesendet und von aufstrebenden jungen Kulturkritikern ernsthaft analysiertDie Wende war noch vollkommen unvorhersehbar, Moldawien ein fiktives Königreich aus dem Denver-Clan, und statt vom Internet sprach man von „telematischen Netzen“, die es in Zukunft bald geben würde…

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Interaktiver Spiel-Film als Befreiung von Katharsis und Heldenmythos : Abschrift eines Thesenpapiers von 1991

1)

WAS IST EIN INTERAKTIVES SPIEL ?

– SIND DAS DIESE COMPUTERSPIELE, WO MAN IRGENDWELCHE RAUMSCHIFFE ABKNALLT?

„Interaktiver Spiel-Film als Befreiung von Katharsis und Heldenmythos : Abschrift eines Thesenpapiers von 1991“ weiterlesen