this just in: … „other parts will follow“ (!) | EMAF on VLAB / –> 29.4.2017, 16 Uhr, Haus der Jugend, Osnabrück

Bildschirmfoto 2017-04-25 um 18.50.22

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Gábor Bódy beim Special Effects Seminar der dffb im Februar 1985: Der „Advocatus Diaboli“ der Neuen Videotechnologien

„… Ich möchte in dieser Diskussion ein bischen den Advocatus Diaboli spielen,  weil ich diese Grundhaltung gegen die Technik, gegen diese technologische Videoentwicklung nicht richtig finde.

„Digitales Video wird eine vollständige Befreiung der Phantasie bringen. … Das macht möglich, für … jeden einzelnen Bildpunkt Programme auszuarbeiten.

… Eine andere Möglichkeit für Spezielle Effekte, und ein total neuer Weg in dieser Geschichte,  ist die interaktive Video Disc… Da kann der Zuschauer für sich auswählen…, welche Teile er sehen möchte. Auswählen aus einer Unzahl von Möglichkeiten.

… Ich finde das sehr gefährlich, wenn Inhalt mit story gleichgesetzt wird. Aus der Kunstgeschichte wissen wir, daß ein Kunstwerk Inhalt haben kann, ohne daß es eine Geschichte erzählt.

 Die Kinematographie ist eine Art Sprache und Tradition seit den alten Griechen und seit der Renaissance. … Das Wort Kinematographie würde ich  nicht identifizeren mit mit der narrativen Tradition der Kinematographie.

(aus der verschollenen Dokumentation „Special effects | Whitlock : How to make matte-paintings |Seminar in Berlin Februar 1985“, Produktion: Stiftung Deutsche Kinemathek/ dffb  © Friederike Anders, 1985 – als abgefilmter Low-Band-Rohschnitt jetzt auch bei Vimeo)

„Leute, die aussehen wie andere, ohne es zu wissen“ *

Betty von Richter  aus der Serie: Leute, die aussehen  wie andere, ohne es zu wissen, 1999

Mit diesem Bild, das dem Gemälde „Betty“ von Gerhard Richter sehr ähnlich sieht, schmückt Marion Strunk ihren inspirierenden Aufsatz „Die Wiederholung“/ Untitled Document – in dem es um das Prinzip Aneignung und um das Lacan´sche bzw. Kierkegaard´sche Konzept des „Nach vorne Erinnerns“ geht .

© LEUTE, DIE AUSSEHEN WIE ANDERE OHNE ES ZU WISSEN. 
FOTOSERIE von Marion Strunk, 2000 – 2002

Je mehr es von uns gibt, desto besser* – fiktive Identitäten in Slowenien und anderswo

3x Janez Jansa
Plakat zum Film MY NAME IS JANEZ JANSA © AKSIOMA, 2012 http://www.mynameisjanezjansa.com

TALK ABOUT destabilisierende Hyper-Affirmation … beim Gespräch an der HGB Leipzig mit einem der drei Künstler, die sich 2007 offiziell in „Janez Jansa“ (Name des slowenischen Ministerpräsidenten) umbenennen ließen, ging es um die Kolonisierung des Signifikanten – und um den Fetisch Identität. Während diesem überall gehuldigt wird, wird er bekanntlich gleichzeitig kommerziell ausgeschlachtet und missbraucht  – warum also sollte man mitmachen, wenn es heißt: „Sei einfach Du selbst“?

Die Künstlerin Eva Mattes (mit Franco Mattes, aka 0100101110101101. org) wird in dem Film „my name is Janez Jansa“ jedenfalls mit der Bemerkung zitiert: „Being oneself is a lack of Imagination“**. Was man wie folgt umschreiben könnte: „Why be yourself, when you can be anyone“?

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* Zitat des slowenischen Ministerpräsidenten Janez Jansa im Wortlaut (englische Übersetzung): „The More of Us There Are, The Faster We Will Reach our Goal!“

** Zitat Eva Mattes im Wortlaut / Videoausschnitt bei vimeo:  „When people think being oneself is some sort of achievement, I’d rather think it’s a lack of imagination“