Netflix experimentiert mit „branching narratives“:

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The streaming service is considering letting viewers control key plot points with branching narratives …

“Once you have got interactivity you can try anything,” Netflix CEO Reed Hastings toldThe Daily Mail. Sources told the paper the technology could lead to “highly fragmented” narratives, and actors would film multiple plot segments to let viewers decide what happens next.

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Narrative Strukturen in der Darstellung von Benjamin Hoguet, Mitbegründer von racontr  (auf der Storydesign-Seite des timewave-Festivals von 2014)
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Carl-Ludwig Rettinger, Produzent

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Carl-Ludwig Rettinger und Friederike Anders, ca. 1988

In den 80er Jahren, als er sich für interaktives Fernsehen interessierte und an der dffb unterrichtete, war Carl-Ludwig Rettinger Redakteur des Kleinen Fernsehspiel des ZDF. Dort setzte er sich für neue Formen und neue Inhalte ein, und führte als Bewerbungsformat für Autoren und Autorinnen – statt langwieriger Texte – auch das Video-Exposé ein. So brachte er die „Berlin School of Video“ von der dffb ins Fernsehen, und verhalf anschliessend sogar amerikanischen Experimantalfilmkünstlern wie Bill Viola zu einem deutschen Sendeplatz. Durch die Empfehlung von Gusztáv Hámos und Friederike Anders lernte Carl-Ludwig auch David Blair kennen, und koproduzierte 1990 dessen legendären Film „Wax oder die Erfindung des Fernsehens durch die Bienen“. Dieses hyperkomplexe Werk wurde anschließend als erster Film der Welt(!) schon ab 1993 für das – damals noch extrem langsame – Internet adaptiert (hier eine ratlose deutsche Kritik aus der ZEIT, von 1995)

Das Europäische Film- und Fernsehjahr 1988, das Königreich Moldawien, und die Entstehung des VIDEOLABYRINTH

MOLDAVIA, ein Ort aus dem Denver Clan
Alexis Carrington mit Michael, Prinz von Moldawien

1988: Die US-Fernsehserien „Dallas“ und „Denver-Clan“ standen im Zenit ihrer Beliebtheit und wurden wöchentlich im ersten Programm des deutschen Fernsehens gesendet und von aufstrebenden jungen Kulturkritikern ernsthaft analysiertDie Wende war noch vollkommen unvorhersehbar, Moldawien ein fiktives Königreich aus dem Denver-Clan, und statt vom Internet sprach man von „telematischen Netzen“, die es in Zukunft bald geben würde…

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Seminar „Interaktive Dramaturgien“: Forschungsprojekt Interaktive Bildplatte (1987)

(Pressetext von Carl-Ludwig Rettinger, 1987)

„Das Zeitalter der Neuen Medien ist ausgerufen, doch nüchtern betrachtet erscheinen die zahlreichen Satelliten- und Kabelkanäle wie die sprichwörtlichen neuen Schläuche, durch die immer noch der alte Wein gepumpt wird. Bei aller ökonomischen und politischen Veränderung der Medienlandschaft Europas sind die Programme wohl die alten geblieben. Vor Allem Spielfilme füllen die Hauptsendezeiten öffentlich –rechtlicher wie privater Sendeanstalten und nicht zuletzt auch die Regale der Videotheken.

Öffentliche wie industrielle Forschungsvorhaben gelten fast ausschließlich der technischen Weiterentwicklung der Hardware. Notwendigerweise sollte damit die Innovation des Programmangebots einhergehen. Doch bislang jedenfalls entpuppte sich die oft beschworene Programmvielfalt als die Einfalt des Immergleichen.

Wie kurzfristig diese Strategie angelegt ist, mag die Einführung der Laser-Bildplatte

verdeutlichen. Trotz herausragender technischer features spielt sie auf dem Medienmarkt immer noch eine untergeordnete Rolle, gerade weil ein spezifisch darauf zugeschnittenes Programmangebot fehlt. „Seminar „Interaktive Dramaturgien“: Forschungsprojekt Interaktive Bildplatte (1987)“ weiterlesen