UNSICHTBAR WERDEN…

UNSICHTBAR WERDEN...
Hito Steyerl in „How Not to be Seen: A Fucking Didactic Educational .MOV File“, 2013. GIF-extract auf  bei Rhizome.org

http://rhizome.org/editorial/2013/may/31/hito-steyerl-how-not-to-be-seen/

 

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Gábor Bódy beim Special Effects Seminar der dffb im Februar 1985: Der „Advocatus Diaboli“ der Neuen Videotechnologien

„… Ich möchte in dieser Diskussion ein bischen den Advocatus Diaboli spielen,  weil ich diese Grundhaltung gegen die Technik, gegen diese technologische Videoentwicklung nicht richtig finde.

„Digitales Video wird eine vollständige Befreiung der Phantasie bringen. … Das macht möglich, für … jeden einzelnen Bildpunkt Programme auszuarbeiten.

… Eine andere Möglichkeit für Spezielle Effekte, und ein total neuer Weg in dieser Geschichte,  ist die interaktive Video Disc… Da kann der Zuschauer für sich auswählen…, welche Teile er sehen möchte. Auswählen aus einer Unzahl von Möglichkeiten.

… Ich finde das sehr gefährlich, wenn Inhalt mit story gleichgesetzt wird. Aus der Kunstgeschichte wissen wir, daß ein Kunstwerk Inhalt haben kann, ohne daß es eine Geschichte erzählt.

 Die Kinematographie ist eine Art Sprache und Tradition seit den alten Griechen und seit der Renaissance. … Das Wort Kinematographie würde ich  nicht identifizeren mit mit der narrativen Tradition der Kinematographie.

(aus der verschollenen Dokumentation „Special effects | Whitlock : How to make matte-paintings |Seminar in Berlin Februar 1985“, Produktion: Stiftung Deutsche Kinemathek/ dffb  © Friederike Anders, 1985 – als abgefilmter Low-Band-Rohschnitt jetzt auch bei Vimeo)

Mein Weg in die Cloud:

„Nehmen Sie sich 60 Sekunden Zeit, um Ihren Weg von der Konsolidierung über die Virtualisierung in die Cloud zu planen. Starten Sie mit dem #DC Hub von Cisco und Intel.“

(Dies schlägt mir CISCO auf meiner LinkedIn Seite vor, ohne daß ich mich daran erinnern kann, sie darum gebeten zu haben. Wieso publizieren sie eigentlich ungefragt auf meinem Dashboard ? — —> Weil mein Dashboard gar nicht meins ist sondern ihres ? Und dann auch noch mit einem Aufruf, Ihnen in ihre „World of Yes“ zu folgen ??? <<<<—– …)

* * * *

Mrs Joy Such ist darüber allerdings ganz unbesorgt. Sie interessiert nur, daß Cisco hier möglicherweise einen neuen Einstieg in den Zeittunnel offeriert – uns den hat sie gesucht, seitdem der alte Zugang in der Shoppingmall von Moldavia City in den 90er Jahren komplett demontiert und zugemauert wurde.
DISCORPORATE ! THERE IS NO TIME !

Techno-Optimismus pur : Der Katalogtext zum Symposium „Interaktive Medien“ auf dem ersten Europäischen Media Art Festival in Osnabrück, 1988

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Interaktive Medien

DIE INTERAKTIVEN MEDIEN UND DIE BEFREIUNG DER PHANTASIE

Von Ilka Lauchstädt und Martin Potthoff

Die neuen Techniken der Computervernetzung und der computergesteuerten Audiovision erlauben neue künstlerische Gestaltungsformen und Ausdrucksweisen.

Vor allem jedoch gestatten sie es, den Zuschauer aus der tradierten Rolle des passiven Konsumenten zu befreien, ihn in den Prozess der Entstehung eines künstlerischen Ereignisses mit einzubeziehen. Damit kann die klassische Struktur „Künstler – Kunstwerk – Zuschauer“ aufgelöst werden, zugunsten einer gleichberechtigteren und zeitgemäßeren Form des Austauschs von Ideen und Informationen.

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„Befreiung der Phantasie“ ? – Einflüsse und Inspirationen des VIDEOLABYRINTH

Wonder Woman
Die Sekretärin Diana Prince befreit ihre Phantasie:  „Wonder Woman“ von Dara Birnbaum, 1978

 

Katalog des European Media Art Festival (EMAF) - Osnabrück, 1. - 11.9.`88
Katalog des European Media Art Festival (EMAF) – Osnabrück, 1. – 11.9.`88

„Die interaktiven Medien und die Befreiung der Phantasie“ : Der Einleitungstext von Ilka Lauchstädt und Martin Potthoff zum Symposium INTERAKTIVE MEDIEN auf dem ersten European Media Art Festival EMAF 1988 rief mit ungetrübtem Optimismus Themen auf, die damals in aller Munde waren. Auch Gábor Bódy hatte sie 1985 an der dffb * vertreten, und uns damit zu Beginn unseres Studiums stark inspiriert.

Ilka und Martin sahen sich auf der Spur vermeintlich  „natürlicher“ Befreiungspotentiale interaktiver Medien: Die Vorstellung, daß die neuen Technologien erstens unaufhaltsam und zweitens Träger unvermutet positiver Eigenschaften seien, half ihnen dabei, eine „natürliche“ Deutungshoheit für sich abzuleiten und beliebige emanzipatorische Lieblingsideen als unabwendbar zu postulieren. Dabei brauchte man sich nur den hoch im Kurs stehenden „Techno-Philosophen“ anzuschließen, die  sich von den entstehenden „telematischen Netzen“ nur das Beste erwarteten.

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Das Europäische Film- und Fernsehjahr 1988, das Königreich Moldawien, und die Entstehung des VIDEOLABYRINTH

MOLDAVIA, ein Ort aus dem Denver Clan
Alexis Carrington mit Michael, Prinz von Moldawien

1988: Die US-Fernsehserien „Dallas“ und „Denver-Clan“ standen im Zenit ihrer Beliebtheit und wurden wöchentlich im ersten Programm des deutschen Fernsehens gesendet und von aufstrebenden jungen Kulturkritikern ernsthaft analysiertDie Wende war noch vollkommen unvorhersehbar, Moldawien ein fiktives Königreich aus dem Denver-Clan, und statt vom Internet sprach man von „telematischen Netzen“, die es in Zukunft bald geben würde…

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VIDEOLABYRINTH: Aufführungspraxis und Erfahrungen

Das VIDEOLABYRINTH war mit allen drei Spielen im Jahr 1988 fertig; zur Finalisierung als interaktive Laserbildplatte kam es nicht mehr. Die teure Laser-Technik hatte sich in den U.S.A. und Japan nach einer kurzen Blüte als Künstlermedium bereits erschöpft, und hatte in der Bundesrepublik Deutschland außerhalb von Schulungsvideos und Arbeitsamt-Info nie Fuß fassen können.

  • Forschungsprojekt interaktive Bildplatte – Pressetext von Carl-Ludwig Rettinger, 1987
  • Artikel im Kameramann von Martin Potthoff, 1987
  • Artikel von Peter Crown, Bildplattenproduzent, im Katalog der Ars Electronica, 1986

100px-Video_8_Logo.svgDie drei Spiele blieben also Zeit ihres analogen Lebens auf Video8-Kassetten als Trägermedium beschränkt, was zu Wartezeiten beim Aufruf der nächstfolgenden Videoszene führen konnte. Wir behalfen uns aber damit, in den Umspulzeiten des Videorekorders auf aufmunternde und kommentierende Textgrafiken umzuschalten, bis die nächste Szene erreicht war – und entdeckten diese Reaktionstafeln als neues, schnell aktualisierbares Dialogmedium.

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Social Media Virgin II: Sicherheit im Beerenanbau

Unknown

5.2. + 19.2.2013

Nicht, daß ich schon etwas Neues wüßte-

Also wer hinter den spam mails mit dieser Titelzeile steckt, von denen ich jeden Tag ca. 15 Stück bekomme; und es ist auch wirklich ermüdend. Ich erfahre gerade sowieso schon viel mehr, als mir lieb ist, über Bedrohungen aus dem Netz, denen ich hundertfach erlegen bin – längst bevor ich überhaupt mit smartphone und social media begonnen habe.

Und vielleicht ist der lustige Beerensicherheits-Spam (Der vermeintliche Absender proberry.de bestreitet die Urheberschaft und hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt) noch gar nichts gegen die Zombie-Armee, deren unfreiwilliger Teil ich wohlmöglich schon seit Langem geworden bin??

220px-Zombie-process
Ablauf der Entstehung und Verwendung von Botnetzen: 1. Infizierung ungeschützter Computer, 2. Eingliederung in das Botnet, 3. Botnetbetreiber verkauft Dienste des Botnets, 4./5. Ausnutzung des Botsnets, etwa für den Versand von Spam
http://de.wikipedia.org/wiki/Botnet

Mein provider M. mußte mich ja neulich erst daran erinnern, daß es um die Sicherheitseinstellungen meines Browsers schlecht bestellt sei; beim Leeren des Caches fanden sich nicht weniger als 2700 ? Cookies, die ich dort seit Jahren hatte gewähren lassen – all busy tracking me! Sagte M.

Und in der Fortbildung „Interaktive Medien“, hatte unser Java-Lehrer mich auch schon vor einem halben Jahr beiläufig gefragt, wieso eigentlich die Kamera meines laptops an sei? Als ich das nicht beantworten konnte, weil ich es erstens nicht bemerkt hatte und zweitens sicher war, daß ich sie nicht selbst angeschaltet hätte, sah er mich kurz an, als ob ich die Pest hätte – und wies nur kurz darauf hin, daß mein Rechner fremdgesteuert sein könnte.

Als ich den laptop dann neulich mit „Mackeeper“ durchforstete, wurden tatsächlich etliche Würmer und Trojaner gefunden, die nun alle in „Quarantäne“ versetzt sind.

Sind sie dort eigentlich sicher eingesperrt? Und sagt man nicht, daß gerade die Antiviren-Software-Anbieter vom Netz die schlimmsten Schadsoftware-Infizierer sind?

Haben sich – mithilfe eines „Black Hole Exploit Kit“ (!) „Driveby-Malware-Attentäter“ (!) eine „Backdoor“ (!) zu meinem Rechner verschafft?

Aber nur kein Alarmismus. Ist die Wirklichkeit nicht vertrackter und absurder?

Die ziemlich sinnfrei wirkenden Beerenmails verweisen lediglich auf die Seite proberry.de und werden ohne attachment versendet, irritieren also nicht durch verdächtige links oder auffallende Code-Verstecke, sondern nur durch ihr überaus zahlreiches Auftauchen.

Wenn man „Erdbeertoni“ glauben darf und der Diskussion auf antispam-ev folgt, muß es sich bei den Spam-Attacken um einen sogenannten JOEJOB handeln – also um eine Art üblen Streich unter vorgeschobener falscher Identität : Jemand, der vorgibt, proberry.de zu sein, will proberry.de schaden…

Ist es also „nur“ ein Kampf unter Erdbeerzüchtern? Agrarindustrie 2.0 ? …

Der Jungpflanzenlieferant (ein holländischer Großanbieter) wird vom Erbeerbauern proberry erst beschuldigt, schlechte, milbenbefallene Ware geliefert zu haben, und rächt sich dann mit den Spammails, die scheinbar von proberry versendet werden; so daß proberry in Mißkredit gerät ?

Und wie könnte der holländische Lieferant (falls er wirklich dahintersteckt)  sich mit Spammails rächen? Wie würde man das anstellen? Naja, wenn man so auf den Foren liest – dann beauftragt man wohl ein Botnetz …

… Also doch! Zombies…  Vielleicht bin ich mit meinem Rechner sowohl Täter als auch Opfer – als Teil der willenlosen Zombie-Armee könnte ich selbst die Spam-Mails versenden, die ich nun erhalte…

20.2.:

Die Proberry Spam-Flut hat aufgehört, ganz sang und klanglos.

Stattdessen erhalte ich nun täglich wieder 15 bis 20 mails mit Werbung für quality penis pills und strong erections – die Hälfte davon mit meiner eigenen mailadresse als Absender.

news.2011.winter.jb.img2imagesnews.2011.winter.jb.img2http://www.searchsecurity.de/glossar/Botnetz/articles/181524/

http://de.wikipedia.org/wiki/Botnet